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Osteopathie

Osteopathie

Die Osteopathie vereinigt in sich drei Konzepte, die abhängig von den anatomischen Strukturen und Funktiofnsmechanismen sind und in einem engen Bezug zu einander stehen:

  • Parietales Konzept – befasst sich mit dem muskuloskeletalen System (Knochen, Muskeln, Bindegewebe etc.)
  • Viszerales Konzept – befasst sich mit den funktionellen Störungen der inneren Organe und ihren bindegwebigen Aufhängungen
  • Kraniosakrales Konzept – befasst sich mit den funktionellen Störungen des Schädels, des Kreuzbeins und an neurofaszialen Strukturen (umhüllendes Bindegewebe)

Das Bewegungssystem in Balance bringen

Der menschliche Körper ist äusserst komplex aufgebaut und besteht aus vielfältigen Systemen, die miteinander verbunden sind und deren Zusammenspiel die Existenz eines Menschen überhaupt erst ermöglicht. Fällt nur ein Teil eines Systems aus, so gerät das im Körper herrschende Gleichgewicht aus der Balance in eine sogenannte Dysbalance. Es entwickelt sich eine körperliche Funktionsstörung.

  • Körper als Einheit
  • Funktionsstörungen betreffen den Körper als Ganzes
  • Körperliche Einschränkungen beeinflussen Erkrankungen
  • Nervensystem als Schnittstelle
  • Stärkung der natürlichen Mechanismen

Körperliche Untersuchung

Unabhängig von den geschilderten Symptomen untersucht der Manualmediziner immer den Körper als Gesamtheit.

Die geschulten Hände des Arztes bzw. Physiotherapeuten stellen in der Osteopathie das wichtigste Untersuchungs- und Behandlungsinstrument dar. Mit der sogenannten Weichteilbefundung (aktive und passive Palpation) können Verspannungen, Blockierungen, Schmerzpunkte sowie Art und Ausmass der Funktionsstörung ertastet werden.

TART – diagnostische Kriterien
Vier Kriterien in der Befunderhebung ermöglichen die osteopathische Therapie von somatischen Dysfunktionen:

  • T = Tenderness – Schmerzempfindlichkeit, Irritation
  • A = Asymmetry – asymmetrische Strukturen der Knochen, Muskeln, Bänder
  • R = Range of Motion – Beweglichkeit / Bewegungsumfang
  • T = Tissue Texture Changes – Gewebeveränderungen

Anwendungsbereiche

Die Manuelle Medizin einschliesslich osteopathischer Therapieverfahren befasst sich mit der Diagnostik, Differenzialdiagnostik und Therapie von Funktionsstörungen des Bewegungssystems. Hierunter werden funktionelle und reversible Störungen des muskuloskeletalen Systems, funktionelle Störungen der inneren Organe und des Nervensystems verstanden.

Anwendungsbereiche für osteopathische Therapieverfahren

Allgemeiner Anwendungsbereich
Behandlung von körperlichen Funktionsstörungen (somatischen Dysfunktionen) im muskuloskeletalen System, den inneren Organen und im Nervensystem.

Spezielle, ausgewählte Anwendungsbereiche
Für die Indikationen zur Diagnostik und Therapie bestehen können:

  • alle akuten und chronisch schmerzhaften Krankheiten, insbesondere bei Wirbelsäulenbeschwerden und Beschwerden, die die Gelenke betreffen
  • chronische Kopfschmerzen, Migräne
  • chronifizierter, d. h. länger als 3 bis 6 Monate andauernder, Tinnitus (Hörsturz) und Schwindel
  • Kiefergelenkstörungen, atypische Gesichtsschmerzen
  • Funktionsstörungen, die bei Kindern aufgrund einer Spastik (Bewegungsstörung mit gesteigerter Muskelspannung) ausgelöst werden
  • Kinder mit sensomotorischen Integrationsstörungen (Störung der Verarbeitung von Wahrnehmungen aus der Umwelt)
  • Kinder mit chorischen Cephalgien (Kopfschmerzen)
  • Körperliche Funktionsstörungen der inneren Organe mit Symptomen wie z. B.: Globusgefühl (Fremdkörpergefühl/Klossgefühl), Dyspnoe (Atemnot), funktionelle Arrhythmien (organisch bedingte Herzrhythmusstörungen), Obstipation (Verstopfung), häufiger Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung, funktionelle Oberbauchbeschwerden (z. B. Reizmagen ohne nachweisbare Ursachen), Dysmenorrhoe (krampfhafte Schmerzzustände während der Monatsblutung bei Frauen), Reizblase (überaktive Blase), Inkontinenz (Blasen- oder Darmschwäche)

Gegenanzeigen
Bei akuten Entzündungen, Unfällen, schweren Erkrankungen, Tumoren und psychiatrischen Problemen sind osteopathische Therapieverfahren nicht die Behandlung der ersten Wahl, sie können jedoch ggf. begleitend eingesetzt werden.


Texte und Auszüge in dieser Seite stammen von der Deutschen Gesellschaft für Manuelle Medizin (DGMM)